Moses, der Sinnfinder

Moses

Darf ich vorstellen? Das ist unser Kater Moses.

Ich habe ihn im Jahr 2008 als kleines, nasses Etwas vor der Post in Kyparissia entdeckt. Es regnete heftig und das Wasser floss in Strömen die Bordsteinkanten herunter. Mitten im Wasser stand eine Obststiege aus Holz. Und in dieser Obststiege saß ein kleines mageres Kätzchen und schrie mich an. Das Kerlchen tat mir leid, dennoch bin ich erst einmal rein gegangen und habe mich am Schalter angestellt. Plötzlich merkte ich, wie etwas an meinem Hosenbein hoch krabbelte, und versuchte unter meine Jacke zu schlüpfen. Da stand ich nun in der Schlange, ein pitschnasses Kätzchen am Hosenbein und einen Berg voller Papier in der Tasche. Aber es nutzte nichts, ich musste einige wichtige Dinge erledigen. Einer der Griechen versuchte mich wohlwollend von dem Tier zu befreien und ich setzte den Burschen wieder vor die Tür.

Als ich zehn Minuten später aus der Post kam, saß die kleine Katze immer noch da – und schrie mich an. Als ich zum Auto ging und den Kofferaum öffnete, um meine Tasche hineinzuwerfen – sprang der Krümel plötzlich rein.

Nun – das war ein Dilemma. Denn mein Wolf und die Hunde bei uns zu Hause haben Katzen im wörtliche Sinne zum Fressen gern. Deshalb war bei uns an eine Katze niemals zu denken. Dennoch nahm ich das zornige Bündel erst einmal mit nach Hause. Ein Platz würde sich schon finden.

Und ich hatte auch ziemlich schnell eine Idee. Ein Freund von mir hatte eine Taverne und war bereit, den – wie sich herausgestellt hatte – kleinen Burschen – zu nehmen. Moses sollte eine gut genährte Kneipenkatze werden. Allein – der Plan ging nicht auf. Als ich ihn dorthin brachte, umrundete der kleine Kater den Dorfplatz genau drei Mal, sprang dann in mein Auto und wartete zusammengerollt und zufrieden, bis ich wieder nach Hause fuhr. Er hatte sich entschieden. Sein Zuhause war bei mir und dieser Meinung ist er bis heute!

Moses hat Gabriel und alle anderen Hunde nicht nur überlebt, sondern auch souverän gemeistert. Inzwischen ist er die graue Eminenz bei uns auf dem Grundstück – und ständig auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, wie man auf dem Foto sehen kann. Er hat alles im Blick und seinen Sinn hat er unter anderem darin gefunden, unseren Hunden das Fürchten zu lehren und uns alle mit strenger Hand daran zu erinnern, wer hier der Boss ist. 😉

Den Namen „Moses“ hat er natürlich deshalb bekommen, weil er quasi in einem Körbchen zu mir geschwommen kam, nur war es in unserem Fall kein Bastkörbchen, sondern eine Obststeige…und ich keine ägyptische Prinzessin, sondern seine erfreute Untertanin. 😉

 

 

2 Kommentare

  1. Schöne Geschichte, und schöner Name für einen starken Charakter.

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