Einmal Sonne und zurück.

Wenn man Griechenland hört, stellt man sich Sonne vor. SOHOHOONNEEE. Sonnenbeschienene Strände, Sonnenauf- und Untergänge.

Griechischer Wein in romantischen Tavernen mit ärmellosen Leibchen. Sanfter Sommerwind der über die nackten, nach Kokosnussöl düftelnden Arme und Beine streicht. Ja. Das ist Griechenland für den gemeinen Deutschen der sich durch Minusgerade schleppen muss! Gottlob sind zumindest die Zeiten der schweren Jacken und Mäntel vergangen seitdem fluffige und warme Mischtextilien den Einzug in unsere Schränke gehalten haben.

Was hier in Hellas in diesem Winter leider auch vergangen zu sein scheint – ist die liebe Sonne. Sicherlich geht sie noch immer über den Stränden auf und unter – nur leider in diesem Winter fast unbemerkt – oder die lichtgefluteten Gestade sind zu weit weg von mir.
Während ich mir eingelegte Oliven in den Mund stopfe, denke ich mit einem Blick aus dem Fenster missmutig darüber nach, mein hier in Eigentum versenktes Gold zurück zu fordern – bin ich doch nicht zuletzt aufgrund der winterlichen Lichtlosigkeit aus Deutschen Gefilden geflüchtet.
Drei wirklich elende Wochen habe ich mich mit Hängen und Würgen, von „o Ilios“ – der Sonne und dazu MÄNNLICH im Griechischen! – im Stich gelassen, durchgemogelt. Frei nach dem Motto „Und wandelst Du auch im finstren Tal, der Herr ist mit Dir“ musste ich am Ende einsehen, das der Herr zwar möglicherweise mit mir ist – aber ohne Tageslichtlampe.
Nach vielen Flaschen grünem Veltliner gipfelte mein finsteres Tal dann darin, das ich eine Freundin ziemlich genervt haben muss – zumindest höre ich seit der letzten Whatsapp Sprachnachricht „Oh. Das Telefon klingelt – ich meld mich wieder“ gar nix mehr ausser hin und wieder das keck gereckte „Like“ Däumchen auf Facebook. Vermutlich kann ich froh sein, das es nicht der Mittelfinger ist.
Pünktlich zum Wochenbeginn gab es dann aber zum Ausgleich das Lichtlein am Ende des Tunnels. Ein langes und verplärrtes Telefonat mit einer anderen meiner drei Lieblingsfreundinnen.
Micha – meine treueste und unerbittlichste Verbündete für Überlebensstrategien wie Anti Aging, Anti Depression und Anti-Tussen beiderlei Geschlechts.

Uns beide unterscheidet eigentlich nur, das sie ihrem Deutschen Heimatland im Gegensatz zu mir zärtlich zugetan ist und daher leider auch eher Urlaub am Baggersee – oder gerne mal am Schießstand des örtlichen Schützenvereins macht, als bei mir in Griechenland. Na ja – rauchen tut sie auch nicht. Aber ich bin immerhin mittlerweile bei der Elektrozigarette gelandet und somit schon mal auf einem guten Weg aus der Sucht.
Nach dem ich getröstet und gestärkt, mit einem Haufen wundervollster Buchempfehlungen – alle schön böse – und wohltuenden, gegenseitigen Liebesbezeugungen das Telefonat beendet hatte, fing der Winter langsam an, sich für dieses Jahr endgültig aus meinem vernebelten Kopf zu verabschieden.
Zur Feier des besonderen Momentes gönnte ich meinem Auto nach Tagen wieder einen kleinen Ausflug in´s Städtchen und mir einen kleinen, gediegenen Kaffee mit echter Papierzeitung auf der Platia nebst kurzem, furchtlosem Blickkontakt mit der vorbeizischelnden Lieblingsfeindin. Da war es wieder – mein aus den lichtlosen Fugen geratenes Leben!
Und während ich zwei goldige alte Opis beobachtete, die sich schlagfertig darüber stritten das das Schaf des einen den Kräutergarten des anderen final vertilgt hatte, fasste ich einen Entschluss. Oder besser – er fasste mich. Ich werde anfangen zu schreiben. Also – Richtig schreiben. Sogar ein kleiner Haufen Protagonisten steht schon fest:

Prollbella Müllming – sie wird nicht die dankbarste Rolle in meinen künftigen Werken einnehmen.
Schorsch Mangas – ein heißblütiger, griechischer Halbgott.
Isabelle Fleuve-Homme – meine Kunst und Kultur Muse – jawohl, meine Werke werden ein gehobenes Niveau haben (was andererseits, damit es luschtig bleibt – von Prollbella auf einem vernünftigen Level wieder nach unten gemäßigt wird).
Franko Putzo – mein Buch-Galan.
Und nicht zuletzt – Elsa Tzipouro – die Hauptfigur. Elsa trinkt gerne und ist in jeder Hinsicht undiszipliniert und maßlos. Mit Elsa kann sich dann auch die Autorin ganz wunderbar identifizieren.

FAZIT. Wenn im Herzen, in der Seele – und eben leider auch in der Birne – Dunkelheit auftaucht – braucht Frau neue Projekte. Und Endorphine – denn die sinken ab einem gewissen Reifegrad – ebenso wie der Hormonspiegel.
Was auch gut hilft ist – Dankbarkeit. Wenn einen der Trübsinn überkommt, einfach mal darüber sinnieren was man alles hat, wofür man dankbar sein kann – damit meine ich nicht nur Materielles wie z.B. meine neue Munddusche für die ich ungeheuerlich dankbar bin, weil sie nach 6 Wochen Lieferzeit Heute endlich ankam.
Neuerdings bedanke ich mich sogar bei meiner Bettwäsche für ihre Kuscheligkeit. Für die fünf Sonnenminuten zwischendurch. Für meinen trotz all der erheblichen Versündigungen gesunden Körper, für das Dach über meinem Kopf, den Gesang der Vögel vor der Tür und das Rauschen der Brandung 20 Meter weiter – für meinen treuen Kindlereader der das Leben unzähliger Bäume verschont – für den Geruch des Frühlings der sich schon ganz zaghaft hin und wieder erhebt.
Und ganz sicher und ganz oft und schon gar nicht zuletzt für meine Freundinnen ohne die ganz viel hier auf diesem Planeten ganz wenig Spaß machen würde.

In diesem Sinne – Möge das Licht stets mit Euch sein!

Eure Mitch

Hier ist Micha´s Buch gegen trübe Altweiberzeiten 😉 : Wechseljahre? Kein Problem. Die Drei-Säulen-Methode

Ein Kommentar

  1. wow…..ganz super….deine idee….endlich endlich endlich entschliesst sich meibe lieblings-blog-schreiberin ein eigenes buch zu verfassen.
    ich freu mich jetzt schon auf elsa(genialer name ) und ihre abenteuer.
    und vielen dank! für die bluuuuuumen!
    vielen dank! wie lieb von dir!……
    bis bald meine liebe und „gut schreib“
    🙂

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