Der Sommer geht dem Ende zu – die Athener haben die ländlichen Gebiete hier verlassen und es kehrt Ruhe ein.
Hätte nicht jeder Tag seine Herausforderungen – ich könnte gut mal auf meiner Xaplostra (Sonnenliege) abhängen und eines der vielen Bücher lesen die ich mir vorgenommen hatte..hätte ich denn Zeit dafür..
Immer wieder fragen Gäste vor ihrer Ankunft nach, ob es Geld am Automaten gibt und ob die Krankenhäuser offen sind. Die Berichterstattung im deutschsprachigen Raum ist nach wie vor ein Ärgernis für mich. Griechenland geht es nicht gut. Das ist eine Tatsache. Und trotzdem würde ich mich 1000 Mal eher hier als in Deutschland einem Arzt anvertrauen.
Warum? Weil sich Ärzte hier noch Zeit für ihre Patienten nehmen. Weil Ärzte in Griechenland hervorragend ausgebildet sind – nicht ohne Grund besetzen viele griechische Ärzte führende Positionen in Europäischen Krankenhäusern.
Ab und an ist der Geldautomat mal leer – das ist mir in Berlin auch schon passiert. Auch Hamsterkäufe und leere Regale in den Supermärkten gibt es nicht. Die Realität hier hat mir die Augen geöffnet über die Manipulation der Medien. Ich glaube ungeprüft nichts mehr was in irgendeiner Zeitung steht oder aus dem Mund eines Reporters kommt.
Das Leben auf dem (Griechen)Land ist eine Erfahrung, die nach 15 Jahren immer noch spannend bleibt. Die andere Kultur – aber in erster Linie das Landleben – haben es in sich. Nach meiner Überholspur in nationalen und internationalen Großstädten bin ich immer noch fasziniert davon, dass die Landleute einfach ALLES wissen über ihre „Mitländler“.
Vor einigen Tagen war ich beim Tierarzt – ausser meinem Hund „Madame Shu-Shu“ (benannt nach einem berühmten griechischen Film der 50ger) war noch ein totes Huhn da. Sein Besitzer hatte es über Nacht im Kühlschrank aufbewahrt und wollte eine Autopsie von Jannis durchführen lassen. Um den Nachbarn zu überführen. Ok – in Berlin oder Boston passiert einem das eher nicht.
Beim Tierarzt bin ich indes häufig. Mit meinen Strassenhunden die ich füttere, kleinen Vögeln, Igeln…das letzte Mal Heute früh – mit einer Maus, der wir beim Einfangen versehentlich ein Stück vom Schwanz gemeuchelt haben. Sie hat überlebt – ich war einer Ohnmacht nahe – und mein Kater Moses hat mir den Mittelfinger gezeigt.
Ach ja: Einen großen, großen Sieg habe ich errungen:
Mein Tierarzt wird endlich eine Homöopathie-Schulung machen – der 45 Minuten-Weg nach Kalamata bleibt mir künftig somit erspart.
Als ich nach Griechenland kam, gab es nur einen einzigen Veterinär in Kiparissia – und ich habe niemals wieder einen Mediziner getroffen, der so in Antibiotika verliebt war wie er.
Für die meisten Ärzte war und ist es leider noch immer ein Allheilmittel – aber dieser „Tierfreund“ war extrem. Ich möchte nicht zählen wie viele schutzbefohlene Patienten – von denen allein ich weiß – er dadurch auf dem Gewissen hat.
Es hat sich vieles verändert seither – noch nicht gut genug, aber viel besser. Ich betrachte es als gutes Zeichen, dass Jannis sogar in Zeiten der Krise viel zu tun hat – das heißt, die Menschen bringen ihre Tiere zum Arzt und das war nicht immer so.
Durch die veterinärlosen Jahre, die ich und meine Vierbeiner hier überlebt haben, habe ich allerdings auch einen Segen bekommen – ein recht umfangreiches Wissen über Naturheilmittel und ein Gefühl dafür, wann es wirklich angesagt ist, ein Tier zum Arzt zu bringen.
Es gibt nur noch selten den Fall, dass ich in panikartige Zustände ausbreche wenn mal ein Ohr blutet oder eine Hundeschnauze dick wird.
Einiges davon werde ich hier teilen – im Lauf der Zeit.
Der Sommer geht dem Ende zu…mehr Zeit zu schreiben…
Bis Bald 😉
Ich liebe deine erfrischenden Texte. Danke!!!! Und bis bald – nur noch 6 Wochen und drei Tage :))]
lach..nur noch 6 wochen und 2 tage 😉